• Deutsch
-

Eine Adresse auch für Vegetarier und Wanderer

Eine Adresse auch für Vegetarier und Wanderer

Bio ist in aller Munde. Spätestens seit dem Dioxin-Skandal Anfang des Jahres wollen die Verbraucher genau wissen, was auf den Tisch kommt. In der Serie „Alles Bio“ informiert das Tageblatt über regionale Erzeuger, Händler, Nutzer und Direktvermarkter von ökologischen Lebensmitteln.


Hann. Münden. „Wir machen es nur so wie früher. Wir holen die Lebensmittel vom Bauern“, beschreibt Jörg Treichel die Geschäftsidee. Seit zwei Jahren ist das Hotel an der Werra Mitglied im Verein „Die Bio-Hotels“ mit 80 Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als zertifiziertes Biorestaurant werden in seinem Haus ausschließlich Zutaten aus biologisch-kontrolliertem Anbau verwendet. „Damit setzen wir auf einen respektvollen und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen unserer Umwelt“, so Treichel.
Bio-affin sei das Hotel seit langem. Treichels Schwiegervater habe sich schon in den 90er Jahren in diese Richtung bewegt. Treichel sieht die Umstellung auf Bio als Alleinstellungsmerkmal, als „etwas Unverwechselbares“ im Umkreis von etwa 80 Kilometern. „Wir arbeiten entschleunigter“, beschreibt er.
Fair sei der Umgang mit den Lieferanten. Die 26 Mitarbeiter würden anständig entlohnt. Wesentlich höher als bei einem „normalen“ Hotel sei der Personalaufwand. „Wir haben sieben Leute in der Küche“. Zwölf Auszubildende lernen im Hotel, fünf in der Küche und sieben im Service. Hinter dem Biohotel Werratal steht „ein ganzheitliches Konzept“. Anfangs, als nicht alles Bio war. Da mussten die Bio-Lebensmittel getrennt von den anderen Waren gelagert werden. Eine Pfanne, in der konventionelle Bratkartoffeln gebraten wurden, habe man nicht für ein Bio-Gericht verwenden können. Auch der Einfachheit halber entschied sich Treichel schnell für eine Komplett-Umstellung. „Bioprodukte haben kürzere Lieferwege“, nennt er einen praktischen Vorteil. Hauptlieferant ist der Göttinger Bio-Großhandel Naturkost Elkershausen. Brot kommt vom Gut Kragenhof in Staufenberg, Geflügel von Markus Roth in Witzenhausen, den Fisch bezieht Treichel von einem Bio-Betrieb am Edersee.
Vor zwölf Jahren hat der Restaurantfachmann und Koch den Betrieb mit seiner Frau und Tochter des Hauses, Hotelfachfrau Annette Rothweiler-Treichel, übernommen. Seit 2006 haben die beiden Betriebswirte etwa 1 Mio. Euro in das Hotel für Tages- und Urlaubsgäste, Feiern mit bis zu 100 Personen und Tagungen investiert. Mit dem Beitritt zur Gruppe der Bio-Hotels müssen alle Dinge, die neu gemacht werden, nach ökologischen Gesichtspunkten erneuert werde. So wird kontinuierlich umgerüstet, zum Beispiel auch bei der Terrassenbestuhlung oder beim Fußboden im Gästehaus. Neu ist dort der Holzdielenboden, der ohne Kleber schwimmend verlegt und anschließend mit Leinöl behandelt wurde. Bei Seifen, Duschgels und Cremes in den Zimmern wird auf ökologische Unbedenklichkeit geachtet. Reinigungs- und Waschmittel sind ohne Chemie.
Jeder Brief, so die Betreiber, wird auf Papier und mit Farben der Umweltdruckerei geschrieben. Verzichtet wird bei der Zubereitung der Speisen auf Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und auf Atomstrom: Gekocht wird mit Naturstrom von Greenpeace Energy. Bei Treichels gibt es regelmäßige Mitarbeiterschulungen. Nach und nach habe man auf Fragen wie „Gibt es Gelatine in Bio?“ die richtigen Antworten gefunden. So sei die Zahl der vegetarischen Gäste gestiegen. Auch Veganer können hier essen oder Gäste mit Lactose-Intoleranz oder Gluten-Unverträglichkeit.
Das Publikum sei jünger geworden, sagt Treichel. Es fänden sich immer mehr Gäste ein, die in dem Hotel mit 40 Zimmern und 85 Betten eine Woche oder vierzehn Tage zum Wandern, Radfahren und Kanuwandern blieben. Man bemühe sich um eine Zertifizierung als Wanderhotel.
Mit dem Qualitätssiegel „Service Qualität Deutschland“ in der Stufe 1 kann bereits geworben werden ebenso wie mit drei Sternen für die Küche. Der Michelin-Führer hat das Bio-Restaurant 2009 mit dem BiP Gourmand versehen, 2010 wurde es vom Varta Führer mit einem Tipp ausgezeichnet.
Göttinger Tageblatt vom 20.05.2011

Suche

   
 
Biohotel Werratal · Buschweg 40 · 34346 Hann. Münden · Deutschland · Tel. +49 5541 9980 · Fax +49 5541 998140 · E-Mail
Webdesign und Content Management: Blackbit neue Medien GmbH · E-Mail an